Körper - Geist und Seele >> es gehört alles zusammen und alles kann verletzt werden.
Allgemeine Sicherheitsregeln, wie Schutz vor Aids und Geschlechtskrankheiten sollte eigentlich jeder kennen. Im BDSM wird es dann schon ein bisschen komplizierter.
Bedenke dabei:
Nicht jeder Tag ist gleich, Stress und Ärger kann dazu führen, das Dom/Top - Dev/Sub nicht gerade in Topform ist, um alle möglichen *Spielarten* zu tolerieren. Feingefühl und Beobachtung von Körperreaktionen ist hier mehr als anderswo gefragt.
Lange Zeit nach einem Orgasmus gibt es nur noch Schmerz und alles ist extrem überempfindlich!!
Rund um die Seele
Jeder weiss sicherlich, dass man sich lange Gedanken um die eigene Neigung macht und Zeit braucht, diese für sich zu akzeptieren. Verstand und Bauch liefern sich wochen- wenn nicht sogar monatelange Duelle. Man traut sich nicht, Freunden davon was zu sagen, denn in der Öffentlichkeit ist BDSM ja mehr oder weniger pervers. Was ist normal..was ist pervers??
Wichtig ist vorallem hier das uneingeschränkte Vertrauen in den Partner. Aber dazu muss derjenige auch wissen, was man mag und was nicht. Wo liegt ein Tabu oder eine derzeitige Grenze und warum ist das so. Auch evtl. gesundheitliche Probleme sollten offen dargelegt werden. Z.B. Blutdruckproblem oder Ängste (z. B. Spinnenphobie), die Panikattacken und ernsthafte Probleme auslösen können. Und.. es sollte vom Partner auch so erstmal akzeptiert werden. Besser .. man hat das Recht darauf, das der dominante Partner Grenzen und Tabus uneingeschränkt akzeptiert. Ändern kann man im Verlauf einer Partnerschaft oder D/S Beziehung immer noch. Wichtig ist aber, das man darüber spricht und ehrlich bleibt.
Man sollte sich auch darüber im klaren sein, das durch die enorme Endorphin - Ausschüttung (sog. Glückshormone), erst sehr viel später der Partner Probleme mit dem Geschehen bekommt und Hilfe benötigt. Wenn die Endorphine erst mal da sind, dann ist so manche Sub kaum noch zu bremsen, weil die normale Wahrnehmung blockiert ist. Es liegt an dem führenden Partner, gesundheitliche Schäden zu verhindern.
Manche Dom/Top machen es sich da wirklich recht einfach und denken, wenn das Spiel gut gelaufen und *Subbi* zufrieden ist, braucht man nicht weiter drüber nachzudenken oder mal nachhaken.
Es kann immer mal was schiefgehen, es muss nicht unbedingt beabsichtigt sein. Aber man sollte danach drüber reden und dabei auch die Empfindungen des Partners dabei akzeptieren. Ist das Vertrauen erstmal zerstört, läßt es sich kaum wieder kitten.
Fesselungen
Das bei einer Fesselung kalte und blaue Gliedmaßen Durchblutungsmängel anzeigen, sollte jedem klar sein. Deshalb sollte man schon im Vorfeld darauf achten, das diese nicht zu fest ist und die Notfallschere immer parat liegt.
Ausserdem sollte man den gefesselten Partner niemals allein in der Wohnung lassen, es muss nicht unbedingt ein feuer ausbrechen, aber es kann eben was passieren, das der Gesundheit des wehrlosen schaden kann.
Alles was Druck auf den vorderen Hals bereitet, kann zu plötzlichen Ohnmachtsanfällen führen. Vorsicht besonders beim*Hotgie, hier kann es zu bösen Kehlkopfverletzungen und Erstickungen kommen.
Bei Handschellen und andern Schlössern sollte man auch immer Reserveschlüssel haben.
Vorsicht ist auch bei Folien / Mumifizierung geboten. Es kann leicht zur Überhitzung führen und ausserdem wird die Eigenatmung der Haut auf minimal reduziert. Über längeren Zeitraum kann es auch hierdurch zu Erstickungsanfällen kommen.
Freies Aufhängen
sollte auf keinen Fall über einen längeren Zeitraum ohne genügend Erfahrung in dem Bereich Bondage gemacht werden. Oft genug sieht man Bilder von japanischem Bondage, die dieses zeigen. Es ist nicht so einfach wie es aussieht!!!
Ebenso kopfüber hängen... extreme Vorsicht bei solchen, die hohen Blutdruck haben >> Gefahr Schlaganfall.
Spanking
Allgemein sollte es so ablaufen, das die Schlagstärke sich langsam verstärkt. So kann man auch die Reaktionen des Partners besser abschätzen. Wildes drauflos schlagen ist hier absolut fehl am Platz!!
Zu starke Schläge können Quetschungen hervorrufen und auch ein Aufplatzen der Haut, was dann nichts mehr mit sicher zu tun hat. Blaue Flecken heilen, aber man muss ja nicht unbedingt noch größeren Schaden anrichten.
Blaue Striemen und Flecken sind nicht unbedingt ein Zeichen von Härte, sondern lediglich ein Zeichen von geplatzten Blutgefäßen in dem Bereich, wo die Peitsche /Gerte Rohrstock auftrifft. Und das hängt mit der Stabilität der Gefäßwände zusammen. Ein Tipp: Kollagen ist der Stahlträger im Bindegewebe. Um dieses in ausreichender Menge zu produzieren, benötigt der Körper viel Vitamin C.
Die Wirbelsäule und Nierengegend (alles was unterhalb des Rippenbogens bis zum Poansatz liegt) = Taubsten, sollten auf keinem Fall getroffen werden. Innere Oberschenkel auch nicht mit dem Rohrstock behandelt werden, da hier 3 Muskeln ihre Ansätze haben und leicht etwas *durchschlagen* werden kann. Ebenso sind alle Gelenke Tabuzonen.Hier kann es zu ernsthaften gesundheitlichen Schäden kommen.
Harte Schläge auf die weibliche Brust hinterlassen nicht nur blaue Flecken. es kann, gerade bei den Brustansätzen zur Knotenbildung der Lymphbahnen kommen. Ausserdem entstehen durch Bindegewebsrisse schnell Eiterherde im Brustgewebe. Also Vorsicht!!
Ein überkreuzschlagen auf den Po mit Gerte oder Rohrstock (oder auch anderen harten Gegenständen) kann zum Auslösen von Fettembolien und zum Tod führen!!
Alkohol / Drogen
haben im BDSM -Spiel absolut nichts zu suchen. Bekanntlich wird die Reaktionsfähigkeit und Schmerzempfindlichkeit drastisch verändert. Gesundheitliche Folgeschäden sind hier kaum abschätzbar
Wachs
Bienenwachs hat einen sehr hohen Schmelzpunkt, führt zu Brandblasen und ist daher im SM nicht anzuwenden!!
Das gleiche kann aber auch für Stearinkerzen gelten, wenn Farbstoffe beigemischt sind oder große Mengen an flüssigem verwendet werden.
Hier eignen sich besonders Grablichter, das der Schmelzpunkt etwa bei Körpertemperatur liegt.
Klammern
an den Brustwarzen sollten keinesfalls länger als 20 min sitzen. Ausserdem ist der Schmerz beim abnehmen weitaus höher als bein aufsetzen. Auch hier auf Blauverfärbungen achten - gravierender Durchblutungsmangel!!
Man sollte möglichst viel Gewebe erfassen. Die Brustwarzen sind besonders schmerzempfindlich, ebenso wie der Intimbereich. Hier kann der *unerträgliche* Schmerz jede Lust abtöten.
Fisting
Für vaginales und anales Fisting gilt generell: langsam vorgehen und viel Gleitmittel (wasserbasierend) verwenden. Jede Verkrampfung und *gewaltsames* Vorgehen kann schwere Muskel - und Gewebeschäden verursachen.
Eine Verletzung des Schließmuskels kann zur dauernden Inkontinenz führen!! Ungenügende Schmiermittel können gerade beim Schliessmuskel zu erheblichen Entzündungen der oberflächlich liegenden Venen sorgen.
Einläufe
Das Wasser sollte möglichst Körpertemperatur haben und keine Zusätze, ausser evtl. etwas Kochsalz. Mengen über 1l können schnell zum Problem werden. Auch hier ist Vorsicht geboten!! Zu schnelles Einfüllen kann zum Kreislaufkollaps führen.
Katheter
setzen sollte nur, wer davon was versteht. Zum einen muss hier absolut steril gearbeitet werden, ausserdem besteht die Gefahr, den Harnleiter zu beschädigen, was ernsthaft Folgen hat und sofort medizinisch behandelt werden muss.
Atemkontrolle
Verantwortungsbewußte SMler lassen sich auf sowas erst gar nicht ein.
Sollte eigentlich jedem klar sein, dass hier ein enorm hohes Risiko liegt. Der eintretende Sauerstoffmangel kann zu weitreichenden Gewebeschäden führen, gerade im Bereich der Kleinstgefäße, die im Vorfeld kaum sichtbar erscheinen aber Folgen für das gesamte Leben haben können. Gerade beim denen, die unter Bluthochdruck leiden, kann schnell ein Herzinfarkt oder Schlaganfall ausgelöst werden. Und die angeblich auftretende kurze Ohnmacht wir zu einem medizinischen Notfall.
Bei Druck auf die Halsseite im Bereich des Carotis-Sinus-Reflex ist es schon zu Todesfällen nur beim Rasieren gekommen.
Ausserdem könne durch den Druck auf die Halsarterien dort bestehende Arterienverkalkung gelöst werden. Bedenke: Arterienverkalkung ist medizinisch erst dann Nachweis bar, wenn dies schon zu 70% verschlossen sind und dann deutliche Zeichen im Belastungs -EKG vorhanden sind.
Das Herz kann bei Sauerstoffmangel mit Extraschlägen (Extrasystolen) reagieren, die, wenn sie den falschen Rhythmus haben, ebenfalls zum Sekundentod führen können.
Eine Unterbrechung der Sauerstoffzufuhr im Gehirn für nach 2-3 Minuten zum nicht umkehrbarem Gehirntod.
Auch dauerhaft wiederholter Sauerstoffmangel im Gehirn kann zu ernsthaften Schäden führen. Dabei werden jeweils Gehirnzellen geschädigt, die nicht wiederherstellbar sind.
Nadelspiele / Cutting
Erfordert äußerste Hygiene und Sterilität des Materials und der Umgebung. Auch hier sollte der Laie die Finger von lassen.
Elektrospiele
scheinen langsam in Mode zu kommen. Auch hier gilt Vorsicht. Nur batteriebetriebene Geräte verwenden. Hierzu eignen sich kleine Massagegeräte die im Handel für Muskelstimulationen vertrieben werden und auch im orthopädischen Bereich eingesetzt wird. Nur unterhalb der Gürtellinie und nicht mit Herzkranken. Umfangreiche Infos dazu: