Wege und Trampelpfade...
by , 26.09.2017 at 11:29 (20123 Views)
Viele Wege gehen wir, unbewusst. Wir sind uns nicht dessen bewusst, was wir tun, wohin wir gehen, was links und rechts des Weges liegt und manchmal sogar, nehmen wir nicht wahr, woher wir kommen. Das klingt befremdlich und tragisch zugleich. Ist es auch!
Da gehen wir jeden Tag schweren Herzens und schweren Schrittes in eine ungewisse Zukunft, immer noch diese Hoffnung im Hinterkopf, das zu finden, was wir wirklich suchen, was wir denken, in unserem Leben so dingend zu brauchen, wie die Luft zum atmen. Und das ist es auch! Lebensnotwendig. Wir haben dieses eine Leben, welches wir unbedingt mit Inhalt, mit Sinn und mit „Leben“ füllen müssen. Was bringt uns ein kurzes, eintöniges Dasein, voller Verzicht und Selbstgeißelung? Nichts! Also nehmen wir…. Und ich nehme, ich erlebe, ich fühle. Ich erlebe das Leben in allen Farben, die es so gibt.
Aber da ist dieser Punkt, der mir so nicht bewusst war. Es ist wie aus vollem Lauf ungebremst vor die Wand zu laufen. Voller „Euphorie“ renne ich durch die Erlebniswelten, ohne mir darüber im Klaren zu sein, dass da plötzlich eine Mauer steht… Ich weiß nicht, wo ich hin laufe.
Das hauptsächliche Problem, bei einer Spielbeziehung ist, dass es eben nur diese ist: Die Spielbeziehung. Und wenn sie eine heimliche Beziehung ist, dann weiß davon auch keiner…. Nicht mal die Arbeitskollegen, die doch eigentlich ein Anrecht darauf hätten, zu erfahren, wer mit wem …
Klar kann ich drüber stehen und mir meinen Teil denken, wenn Menschen mir gegenüber Bemerkungen machen, über die „geile“ Kollegin - meine Gespielin (ich mag den Ausdruck übrigens nicht)- und was sie gerne mal mit ihr anstellen wollen. Aber teilweise erreicht die Niveaulosigkeit ungeahnte Höhen, die ich mir einfach nicht geben will.
Wir sind locker. Das ist unser Wort: Locker. Denn locker ist gut. Wir schulden uns nichts, aber geben uns alles. Mehr erleben, mehr spüren, nur noch fühlen. Bunt, intensiv und von unstillbarem Verlangen getrieben. Aber dennoch mit diesem gewissen Abstand. Oder etwa nicht?
Diese Bewährungsproben haben uns fast entzweit. Ich muss zugeben, es HAT mich berührt, als du mir sagtest, dass du im Grunde alleine dastehst. Allein, ohne mich… denn ich bin nicht da, wenn du abends nach Hause kommst, wenn du morgens aufstehst, wenn du eine Hand benötigst, die mit anpackt, oder wenn du einfach mal nicht alleine sein willst/kannst… Und da fließen sie zusammen, diese Grenzen, die doch eigentlich nicht für uns gelten.
Ich fühle mich wohl bei ihr. Sehr wohl. Es sind Momente, die magisch sind. Kennt ihr dieses Gefühl, dass einfach alles richtig ist, wenn man zusammen ist? Die ganze Welt dreht sich weit weg von uns einfach weiter, aber ohne uns. Denn wir sind nicht da, für niemanden zu sprechen…
Ich spüre dieses tiefe Vertrauen, aber leider auch die immer mehr diese Unruhe. Ja, ankommen wollen wir beide im Leben. Vielleicht sind wir das schon. Vielleicht sind wir genau dort, wo wir sein sollten. Oder nicht? Vielleicht ist es morgen vorbei. Vielleicht war es schon das Ende, der „Abschied“ als wir uns das letzte Mal gesehen haben. Ich weiß es nicht. Aber wenn es vorbei wäre, dann habe ich erlebt, was „leben“ wirklich heißt. Ich habe gespürt, wie sehr Grenzen doch egal sind, wenn es nur noch zwei Menschen im gesamten Universum gibt. Und diese Erinnerungen behalte ich, auf ewig. Denn ohne sie kann ich nicht mehr sein.
…. Wir sollten wirklich mal dieses „Zimmer“ anmieten… wenn wir nur gleichzeitig Urlaub bekämen ….
Unholy






