Treibsand.....Freifall
by , 19.11.2017 at 16:48 (21406 Views)
Natürlich besteht jeder Weg aus einem Anfang und einem Ziel und ganz viel, oder ganz wenig dazwischen. Das Dazwischen sind Schritte, die zu zählen meist die Mühe nicht lohnen. Denn sie sind nicht überschaubar, variieren in ihrer Größe, ihrer Richtung und manchmal auch in ihrem Sein. Sollen es denn wirklich Schritt sein, wenn ich auf der Stelle trete?
Viele Dinge geistern mir in letzter Zeit durch den Kopf. Viele Fragen, die ich mir stelle, oder besser, die sich mir ungefragt stellen. Und ich weiß keine Antworten. Ich zucke bloß mit den Schultern und kann: "Keine Ahnung" sagen.
Das ist keine neue, oder gar unbekannte Situation für mich. Denn ehrlich gesagt weiß ich oft nicht die Antworten auf Fragen in meinem Kopf, allerdings kam nach dem "ich weiß es nicht" immer noch "aber wen störts?" hinterher.
Nur leider gelingt mir dieser Trick nicht mehr. Ich stagniere in meinen Schritten, sie werden kleiner, mühsamer, oft versinken meine Füße im Boden, lassen mich nicht weiter.
Wenn ich doch nur aus vollem Lauf vor eine Wand rennen könnte, doch ich erreiche die verdammte Wand einfach nicht, ich erreiche gar nichts, ich stehe hier nur blöd rum und schaffe es nichtmal auf die Nase zu fallen.
Und ich sehe dich. Ich sehe, wie du an mir vorbeigehst, mich noch, kaum merklich, am Arm streifst. Ich versuche dich festzuhalten, zu greifen... aber keine Chance, denn du bist für mich nicht greifbar.
Was kann ich nun tun? Ich weiß es nicht.... Ich weiß es nicht und es stört mich.
Wie oft habe ich hier schon gestanden und wollte aufhören? Wie oft habe ich mir gesagt, dass ein Weg auch mal zuende ist? Im Forum hat mir gerade die letzten Tage eine Freundin geschrieben (danke nochmal für deine Worte, ich bin derzeit einfach kurz angebunden, weil mir Schlafentzug und Gedankenüberfüllung den Kopf vernebeln) und meinte: "Am Ende wird alles gut und wenn es nicht gut ist, dann ist es auch nicht das Ende....".
Was ist aber, wenn ich das Ende nie erreiche? Was ist, wenn ich unvollendet bleibe? Ich habe mit dir darüber geredet und du siehst mich, wie immer, mit deinen großen Augen an und meinst: "bleib mal locker, es ist alles in Ordnung".... Da bleibt mir nur diese eine Frage:
Wenn alles in Ordnung ist, wieso merke ich das dann nicht? Wenn alles so verdammt in Ordnung ist, warum kann ich es denn selbst nicht mal sabotieren? Ok, das waren jetzt zwei Fragen.
Die Wahrheit ist, dass ich das alles schon so lange tue und merke, wann ich auf dem Hacken umkehren muss. Ich merke, wenn der Boden keine Schritte mehr zulässt. Und dies ist der Punkt, an dem wir nun stehen. Und ich bin sehr gespannt, ob du auch umkehren wirst, oder einfach durchmaschierst. Die Zeit wird es zeigen.
Was kommt, kann keiner sagen und was war, kann niemand nehmen. Und darin sind wir stark. Darin sind wir, wer wir sind...
... schön, dich gefunden zu haben.





